Posts mit dem Label football101 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label football101 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 4. Juli 2015

Football 101 - Die kleine Regelkunde: Sonderausgabe Flagfootball

Die O-Line blockt für ihren Quarteback

Heute soll es bei der Regelkunde um eine Sonderform des Football gehen, die vor allem im Jugendbereich gespielt wird. Die SHARKS bieten sowohl U15 als auch U13 Flagfootball an. Am Samstag den 4.7.15 findet bei uns zu Hause das U13-Flagfootball Turnier statt.

Der Running Back läuft mit dem Ball Richtung Endzone, die Defense versucht an die Flaggen zu kommen

Flag Football ist die "kontaktarme" Variante unseres Lieblingssports. Es wird nicht getackelt und nur sehr eingeschränkt geblockt, daher ist keine Schutzausrüstung notwendig. 

Abgesehen davon läuft das Spiel weitestgehend wie "normaler" Football, Defense und Offense wechseln sich ab, es wird geworfen und gelaufen, Ziel ist der Touchdown. 

Der Defensespieler "bricht" durch die O-Line, die junge Dame geht auf Passroute

Geblockt werden darf nur mit einer speziellen Technik an der O-Line innerhalb einer sogenannten Blockig Zone. Also ohne Anlauf und mit weniger Wucht als beim Tackle Football. Das hat den Vorteil, dass Jungs und Mädchen in einem recht großen Altersfenster (9-15 Jahre, Mädchen sogar bis 16 Jahre) zusammen spielen können.

Der Verteidiger greift zur Flagge
Das Tackling wird durch das Ziehen einer Plopp-Flagge ersetzt. (Ja, die heißen so weil sie genau das Geräusch machen wenn man sie aus ihrer Halterung zieht!) Davon hat jeder Spieler zwei Stück - eine an jeder Hüfte - an einem Gürtel befestigt. Wird dem Ballträger eine oder beide Flaggen gezogen, gilt der Spielzug an dieser Stelle als gestoppt. Der Verteidiger hebt dann sofort den Arm mit der Flagge hoch. 

Der Ballträger darf seine Flagge nicht mit den Armen verdecken, oder die Hände des Verteidigers wegschlagen um sie zu schützen. Er kann lediglich durch drehen der Hüfte oder eben schnelleres Laufen der Defense ausweichen.

Neben diesen einfachen Grundregeln gibt es vor allem bei Kicks und Extrapunkten noch ein paar Sonderregeln. Hier gibt es in diesem Sinne keine Gegenspieler, oft steht der Kicker allein auf dem Feld, manchmal gibt es auf der anderen Seite Fänger, die den Ball aber nicht weitertragen dürfen. Außerdem ist auch beim Fallenlassen des Balls (Fumble) der Spielzug sofort vorbei, der Ball kann also nicht wie beim Tackle vom gegnerischen Team aufgehoben und so erobert werden. Ein Wechsel des Angriffsrechts kann also nur durch ein Nicht-Erreichen der 10 Yards in 4 Versuchen oder einen abgefangenen Pass (Interception) stattfinden.


Flag Football bietet gerade für junge Spieler einen idealen Einstieg in das Spiel, weil man sich erstmal ohne Kontakt mit dem Sport, seinen Regeln und der Taktik vertraut machen kann. Und auch wenn es viel um Werfen und Fangen geht, gibt es für jeden einen Platz und eine Aufgabe. Gerade Kinder die in anderen Sportarten nur zum "Bankwärmen" dabei sein dürfen, weil es ihnen an Athletik mangelt, werden hier nicht nur zu wichtigen Bestandteilen eines Teams. Sie arbeiten an ihrer Fitness, Teamfähigkeit und an ihrem Selbstbewusstsein. 

Flagge erfolgreich gezogen
Fotos:  ein fleißiger Elternteil ;)

Dienstag, 26. Mai 2015

Football 101 - Die kleine Regelkunde: #4 Die Offense

Die Offense unserer U19-Jugend (2014) kurz vor dem Snap

Weiter geht's mit unserem kleinen Football-Lexikon. Heute wollen wir mal einen genaueren Blick auf den Angriff, die Offense, legen. Er besteht aus 11 Spielern, die auf fest zugeteilten Positionen in einer bestimmten Formation/Aufstellung stehen. Es gibt eine Vielzahl von Formationen, man spricht hier meist von einem Offense-System, da aus einer Formation eine ganze Reihe an Spielzügen entstehen können. Sie unterscheiden sich vor allem darin, ob eher gelaufen der geworfen wird und wie/wo die einzelnen Spieler sich vor dem Spielzug aufstellen.

Die Offense kann man nochmal grob in zwei Gruppen unterteilen, auch wenn diese als absolute Einheit funktionieren müssen, um einen Spielzug erfolgreich umzusetzen. Zum einen die Offense Line, die auf Höhe des Balles (Line of Scrimmage) steht und entweder eine Art Schutzwall bildet oder den Weg nach vorne durch Blocken "freiräumt". Zum anderen das Offense Backfield, also alle die hinter der Line stehen und somit potentielle Ballträger sind. 

Qarterback und Fullback stehen hinter der Offense Line

Betrachten wir die Positionen mal etwas genauer, beginnend mit dem Backfield:

-> Der Quarterback (QB): Der Spielmacher, Chef der Offense oder einfach der Teamleader - all diese Bezeichnungen zeigen schon die etwas besondere Stellung des Quarterbacks. Er bekommt die Spielzüge vom Coach gesagt und gibt diese im Hudle an seine Mitspieler weiter. Er ruft zu Beginn des Spielzugs laut den Count (damit alle wissen wann es losgeht) und bekommt dann mit dem Snap den Ball vom Center, den er dann entweder an einen anderen Spieler weitergibt, wirft oder selbst damit läuft.

-> Die Runningbacks (RB): Sie stehen meist hinter dem Quarterback, je nach System näher dran oder weiter weg, direkt dahinter oder seitlich versetzt. Sie sind die Ballträger, die den Ball übergeben bekommen und dann versuchen damit durch die Verteidigung möglichst weit Richtung Endzone zu kommen. Sie werden auch als Halfbacks oder Tailbacks bezeichnet.

-> Der Fullback (FB): Er steht ebenfalls in der Nähe des Quarterbacks rum, und hat als Hauptaufgabe bei Läufen das Vorblocken für die Runningbacks oder den Quarteback. Alternativ wird er auch zum Teil des Schutzwalls, der von der Offense Line gebildet wird, dies vor allem bei Pass-Spielzügen. Schlussendlich kann er natürlich auch selbst mit dem Ball laufen, eine sehr vielseitige Position!

Die Mitspieler blocken den Weg frei für den Running Back

Als nächstes die Offense Line (O-Line), die schweren großen Jungs an vorderster Front:

-> Der Center/Snapper: Er ist der erste Mann am Ball. Auf das Signal des QB 'snappt' er den Ball, das heißt er reicht ihn mit Schwung durch seine Beine nach hinten. Danach blockt er als Teil der Offense Line.

-> Die Guards: Sie stehen links und rechts vom Center und haben ebenfalls erstmal die Aufgabe zu blocken. entweder an Ort und Stelle niemanden durchlassen, oder aktiv nach vorne.

-> Die (Offense) Tackles: Sie stehen jeweils außerhalb der Guards, und ihr ahnt es schon, haben ebenfalls die Aufgabe zu blocken.

Eine besonders flexible Position haben die Receiver - die Passempfänger. Stehen sie neben den Offense Tackles sind sie als Tight Ends Teil der O-Line, die entweder blocken oder auf Passroute gehen. Stehen sie weiter draußen Richtung Feldrand bezeichnet man sie als Wide Receiver. Die blocken zwar auch manchmal, sind aber meistens Teil einer passlastigen Offense und deshalb eher auf Passrouten unterwegs.

Unser Receiver kurz vor dem "Catch"

Das soll es erstmal für heute gewesen sein. Ihr habt Fragen oder Wünsche? Immer her damit in den Kommentaren!


(Alle Fotos: Michael Klimczak)





Samstag, 16. Mai 2015

Football 101 - Die kleine Regelkunde: #3 Spieltag

Ein normaler Spieltag beim American Football besteht aus wesentlich mehr, als nur der Action auf dem Feld. Für uns beginnt er mindestens 4 Stunden vorher, mit dem Markieren des Spielfeldes und dem Aufbau rundherum. Die Tore müssen weggetragen, die Fieldgoal Pfosten mit Polstern verkleidet, der Verkauf und Grill aufgebaut, die Sideline hergerichtet, Musikanlage und Videoequipment angeschlossen, Gäste und Schiedsrichter empfangen und versorgt werden und natürlich wollen auch Spielberichtsbögen geschrieben und Jerseys verteilt sein. All das funktioniert nur durch das Riesenengagement von Betreuern, Spielern, Trainern und Helfern - ein echtes Familienunternehmen eben ;)

Etwa eine halbe Stunde vor Spielbeginn gibt es dann den sogenannten Passcheck. Hier wird überprüft ob die Spieler ordnungsgemäß ausgerüstet sind und die Identität jedes Spielers überprüft. Dies ist wichtig um bei eventuellen Strafen Name und Nummer zuordnen zu können.
Kurz danach betreten die Mannschaften dann das Feld und die Teamcaptains treffen sich in der Mitte. Die Captains können im Spiel in bestimmten Fällen über die Durchführung von Strafen entscheiden und sind auf dem Feld Vertreter der Mannschaft. Es gibt mindestens einen Offense und einen Defense Captain. Nach einem Handshake mit den gegnerischen Captains, stellen sich die Schiedsrichter vor. Davon gibt es in unserer Liga 5 Stück, in höheren Ligen sogar 7. Dann folgt der Münzwurf, dessen Gewinner sich entscheiden darf ob er zuerst mit Offense (Kick Off Return) oder Defense (Kick Off) auf den Platz will. Der Verlierer entscheidet in welcher Hälfte er beginnen möchte.




Der erste Spielzug beider Halbzeiten ist dann der Kick Off. Die verteidigende Mannschaft kickt den Ball so weit wie möglich in die gegnerische Endzone, damit die Offense anschließend einen möglichst weiten Weg Richtung Endzone hat. Die angreifende Mannschaft versucht den gekickten Ball aufzunehmen und wiederum möglichst weit zurück Richtung Endzone zu tragen, um den Weg zum Touchdown eben  kurz zu machen. Diesen Kick Off kann man ebenfalls nach jedem Punktgewinn (Touchdown, Fieldgoal) sehen.

Das Spiel ist in 4 Viertel (Quarter) á 12 Minuten (bei der Jugend 10 Minuten) Spielzeit unterteilt, von denen jeweils wieder zwei zu zwei Halbzeiten zusammengefasst werden. Die Spielfeldseiten werden zwischen jedem Viertel gewechselt. 
Wer sich jetzt wundert warum aus 48 Minuten Spielzeit ein 2,5 Stunden Spiel wird, muss wissen, dass es sich dabei wirklich um "reine" Spielzeit handelt. Bei Strafen, (Extra)Punkten, First Downs, Timeouts, zwischen Spielzügen und in Verletzungspausen wird die Spieluhr angehalten. Dazu kommt eine 15-minütige Halbzeitpause.

Am Ende des Spieles treffen sich beide Mannschaften an der 50 Yard Linie zum Abklatschen. Anschließend macht man meist noch einen Team-Huddle (Grüppchenbildung), in dem der Coach das Spiel kommentiert und Organisatorisches für die nächsten Trainingseinheiten klärt. Der ganze Aufbau wird wieder abgebaut, und eingelagert bis zum nächsten Heimspiel.


Samstag, 9. Mai 2015

Football 101 - Die kleine Regelkunde: #2 Spielfeld


Willkommen zurück bei der kleinen Football-Regelkunde, heute wollen wir uns das Spielfeld und alles was rundherum dazu gehört genauer anschauen.

Fangen wir mit dem Boden der Tatsachen an:

Beim American Football wird in Yards gemessen, ein Yard entspricht 91,4 cm. Das Spielfeld ist 53 Yards breit und 100 Yards lang, unterteilt in 10 gleich große Abschnitte á 10 Yards. An beiden Enden befindet sich eine weitere 10 Yards breite Zone, die sogenannte Endzone - dorthin muss der Ball um zu punkten. Das Feld ist also insgesamt sogar 120 Yards lang. 
In der Mitte liegt die 50 Yards Linie von der aus nach links und rechts in Zehner Schritten bis zur Goalline vor der Endzone runtergezählt wird.
Am Ende der Endzone stehen die Tore (Field Goals). Im Gegensatz zum Fussball muss beim Football der Ball bei einem Kickversuch jedoch über die Stange gekickt werden um gültig zu sein.


An beiden Längsseiten des Feldes befindet sich ein schmaler Streifen, der für den Schiedsrichter und Kettencrew (dazu kommen wir noch) reserviert ist, damit diese ungestört das Feld rauf und runter laufen können. 
Dahinter befinden sich jeweils die Teamzonen von einer 25 Yard Linie bis zur anderen. Dort darf sich nur das Team inklusive Trainern und Betreuern aufhalten, diese dürfen sie aber auch nicht verlassen.

Auf der Seite des Auswärtsteams hält sich neben dem Schiedsrichter auch noch eine Kettencrew (Chaincrew) direkt am Spielfeldrand auf. Sie besteht aus drei mannshohen Stangen die von drei Menschen gehalten werden. Zwei dieser Stangen sind durch eine 10 Yards lange Kette verbunden, sie zeigen die Strecke an, die das Team zurück legen muss um einen neuen ersten Versuch zu bekommen.

Im Hintergrund ist die Kettencrew mit den gelb gestreiften Stangen zu sehen.

Die dritte Stange ist der Downmarker.
Er hat am oberen Ende eine klappbare Vorrichtung mit den Zahlen 1 bis 4. So wird angezeigt welcher der 4 Versuche - die ein Team hat um 10 Yards oder mehr zu schaffen - gerade gespielt wird. Dadurch wird es für die Zuschauer aber auch die Trainer leichter den Überblick zu behalten. Der Downmarker wird bei jedem Versuch auf Höhe des Balles - die sogenannte Line of Scrimmage - gestellt. Dort ist der Anfangspunkt des Spielzugs.




Sodala - das sollte erstmal reichen. Den nächsten kleinen Happen gibt es demnächst.

Wie immer freuen wir uns über Fragen und Anregungen in den Kommentaren!

Dienstag, 5. Mai 2015

Football 101 - Die kleine Regelkunde: #1 Basics

Zu Beginn der neuen Saison möchten wir hier mit einer neuen kleinen Serie starten - ein sogenanntes Football 101. Das heißt wir erklären euch in kleinen Schritten wie Football funktioniert, bringen euch das Regelwerk näher und wollen euch für die Feinheiten des Sports begeistern.

Dabei sollen vor allem Football Neulinge auf ihre Kosten kommen, aber vielleicht stolpert auch der ein oder andere alte Hase über ein paar interessante Infos.

Beginnen wollen wir mit den Basics:
  • American Football ist ein Sport, bei dem es darum geht Punkte zu erzielen, indem man einen eiförmigen Ball über die Ziellinie (Goalline) in der gegnerischen Hälfte befördert.
  • Der Ball darf geworfen (Pass), getragen (Lauf/Run) oder - mit Einschränkungen - gekickt (Field Goal) werden.
  • Jedes der beiden Teams stellt regulär 11 Spieler auf den Platz. Ein Team ist dabei im Ballbesitz, also im Angriff auf die gegnerische Endzone (Offense). Das andere Team verteidigt diese und versucht das Punkten zu verhindern (Defense).
  • Der Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung sowie der ganze Spielverlauf sind beim Football nicht dynamisch und ständig in Bewegung wie zum Beispiel beim Fußball. Football wird in einzelnen Spielzügen gespielt, sogenannte Downs. Zwischen diesen Spielzügen muss der Ball neu positioniert, Menschenhaufen aufgelöst, der nächste Spielzug vom Trainer angesagt werden und gegebenenfalls auch Strafen umgesetzt. Auch ein Angriffswechsel zwischen den Mannschaften findet normalerweise in solch einer kurzen Unterbrechung statt.
  • Ziel ist wie schon erwähnt das Tragen (oder Fangen) des Balls in die (in der) gegnerische(n) Endzone. Dies nennt man einen Touchdown, der 6 Punkte auf die Anzeigetafel zaubert. Nach dem Touchdown bekommt mal als Bonus noch einen Extrapunkt-Versuch. Ein einzelner Spielzug aus drei Yards Entfernung, bei dem man entweder versuchen kann noch einmal in die Endzone zu kommen (2 Punkte) oder den Ball durch die Torstangen zu kicken (1 Punkt).
  • Die Offense hat jeweils 4 Versuche (Downs) um den Ball mindestens 10 Yards oder mehr Richtung gegnerische Endzone zu bewegen. Gelingt ihr das, bekommt sie erneut 4 Versuche. Gelingt ihr das nicht, wechselt das Angriffsrecht. Die Defense versucht genau diesen Raumgewinn zu verhindern um das eigene Team in Ballbesitz zu bringen.
So, das war's schon für heute. Eben die Basics. In den nächsten Folgen stellen wir dann den Spielbetrieb, das Feld, die einzelnen Mannschaftsteile und Positionen etwas genauer vor.
Nach Fragen? -> Kommentieren!